Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) & Elektromyographie (EMG) in Wien

Was sind NLG und EMG?
Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) und die Elektromyographie (EMG) sind zwei neurophysiologische Untersuchungsverfahren, die bei der Abklärung von Erkrankungen des peripheren Nervensystems und der Muskulatur unverzichtbar sind.
Nervenleitgeschwindigkeit (NLG)
Bei der NLG-Messung wird ein peripherer Nerv durch einen kurzen, schwachen elektrischen Impuls gezielt stimuliert – mittels auf der Haut angebrachter Elektroden. Die Geschwindigkeit, mit der dieser Impuls entlang des Nervs weitergeleitet wird, sowie die Stärke der ausgelösten Reaktion geben Aufschluss über Zustand und Funktion des Nervs. Die Untersuchung dauert je nach Fragestellung 15 bis 45 Minuten und ist gut verträglich.
Elektromyographie (EMG)
Das EMG erfasst die elektrische Aktivität der Muskulatur. Dabei wird eine feine Nadelelektrode kurz in den zu untersuchenden Muskel eingeführt. Die abgeleiteten Signale zeigen, ob der Muskel selbst erkrankt ist oder ob eine gestörte Nervenversorgung vorliegt. Die Untersuchung ist kurz und wird von den meisten Patientinnen und Patienten gut toleriert.
Wann werden NLG und EMG eingesetzt?
NLG und EMG liefern objektive Informationen, die bildgebende Verfahren wie MRT oder CT nicht erfassen können. So kann beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall das MRT zwar die anatomische Enge zeigen – ob der betroffene Nerv dadurch tatsächlich funktionell geschädigt ist und in welchem Ausmaß, lässt sich jedoch nur mit NLG und EMG zuverlässig beurteilen.
Diese Untersuchungen kommen bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen zum Einsatz, beispielsweise bei:

Karpaltunnelsyndrom
Engpasssyndrom des Nervus medianus am Handgelenk

Polyneuropathie
Erkrankung mehrerer peripherer Nerven, z. B. bei Diabetes oder nach Chemotherapie

Radikulopathien
Nervenwurzelschäden durch Bandscheibenvorfälle oder degenerative Wirbelsäulenveränderungen

Verlaufskontrollen
zur Beurteilung des Therapieansprechens oder der Nervenregeneration
